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Was ist eine Dyskalkulie?

Viele Kinder tun sich in Mathe schwer. Bei einer Dyskalkulie steckt mehr dahinter als eine schlechte Note.

Dyskalkulie, auch Rechenstörung oder Rechenschwäche genannt, beschreibt anhaltende Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens. Betroffene Kinder verstehen Zahlen, Mengen und Rechenwege nicht so, wie es in ihrem Alter zu erwarten wäre, obwohl sie normal intelligent sind und regelmäßig unterrichtet werden. Wie bei der LRS geht man davon aus, dass genetische, neurobiologische und umweltbedingte Faktoren zusammenwirken. Eine Dyskalkulie hat also nichts mit Faulheit oder mangelnder Begabung zu tun.

Rechenstörungen treten häufig gemeinsam mit einer Lese-Rechtschreibstörung auf. Auch Aufmerksamkeitsprobleme können hinzukommen. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf das ganze Kind, nicht nur auf die Mathenote.

Anzeichen einer Dyskalkulie

Die folgenden Anzeichen können auf eine Dyskalkulie hindeuten. Einzeln kommen sie bei vielen Kindern vor. Auffällig wird es, wenn sich mehrere davon über längere Zeit halten, obwohl dein Kind übt und sich anstrengt.

Beim Umgang mit Zahlen und Mengen

  • Zählendes Rechnen: Auch einfache Aufgaben wie 7 + 5 werden mit den Fingern oder im Kopf abgezählt, oft noch in der dritten oder vierten Klasse.
  • Mengen werden nicht auf einen Blick erfasst: Fünf Punkte auf einem Würfel müssen einzeln gezählt werden.
  • Zahlendreher: Aus 12 wird 21, aus 36 wird 63, beim Lesen wie beim Schreiben von Zahlen.
  • Unklare Zahlvorstellung: Dein Kind kann schwer einschätzen, ob 48 näher an 50 oder an 30 liegt, oder was „doppelt so viel“ bedeutet.

Beim Rechnen

  • Der Zehnerübergang bleibt eine Hürde: 8 + 5 oder 23 − 7 gelingen nur mit großem Aufwand oder gar nicht.
  • Stellenwerte werden verwechselt: Einer, Zehner und Hunderter geraten durcheinander, etwa beim schriftlichen Rechnen.
  • Rechenzeichen werden vertauscht: Plus und Minus, Mal und Geteilt werden verwechselt oder übersehen.
  • Gelerntes lässt sich nicht übertragen: Eine Aufgabe klappt, die ähnliche Aufgabe daneben nicht mehr. Auswendiggelerntes ist am nächsten Tag wieder weg.
  • Textaufgaben: Dein Kind versteht die Geschichte, findet aber nicht den passenden Rechenweg.

Im Alltag

  • Uhrzeiten, Geldbeträge oder Maßeinheiten sind schwer zu verstehen.
  • Mathehausaufgaben dauern sehr lange und enden oft in Tränen.
  • Dein Kind sagt Sätze wie „Ich kann kein Mathe“ oder bekommt vor Proben Bauchschmerzen.

Dyskalkulie oder einfach nur Schwierigkeiten in Mathe?

Diese Frage lässt sich nicht am Küchentisch beantworten. Eine ausführliche Diagnostik zeigt, wo dein Kind steht und welche Strategien es nutzt. Erste Anlaufstelle ist die Schulpsychologie. Ein Gutachten, das auch für eine Kostenübernahme durch das Jugendamt gebraucht wird, erstellen Kinder- und Jugendpsychiater oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Wichtig zu wissen: Für den Beginn einer Förderung brauchst du keine Diagnose. Viele Kinder schneiden in Tests „zu gut“ ab und haben trotzdem echte Schwierigkeiten. Auch ihnen hilft eine gezielte Unterstützung.

Was du als Elternteil tun kannst

  • Druck rausnehmen. Mehr Übungsblätter von derselben Sorte helfen nicht, wenn das Grundverständnis fehlt. Sie festigen eher das Gefühl, es nicht zu können.
  • Fingerrechnen nicht verbieten. Es ist eine Hilfsstrategie, die dein Kind braucht, solange es keine bessere hat. Die bessere Strategie kommt durch Förderung, nicht durch Verbot.
  • Stärken sichtbar machen. Dein Kind ist mehr als seine Mathenote. Lob für Anstrengung wirkt mehr als Lob für richtige Ergebnisse.
  • Früh Unterstützung holen. Je länger sich Misserfolge wiederholen, desto eher entsteht ein Teufelskreis aus Angst und Vermeidung.

In der Integrativen Lerntherapie bauen wir das Zahlenverständnis von Grund auf neu auf, in kleinen Schritten und mit Material, das dein Kind anfassen kann. Wie das abläuft, liest du unter Integrative Lerntherapie in der Praxis. Oder wir lernen uns in einem kostenlosen Erstgespräch kennen.

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